1.
Tobias Verhalten hat sich verändert! Er ist unmotiviert, meckert herum und hat ständig eine andere Meinung. Außerdem sind ihm einfachste Arbeitsabläufe nicht mehr präsent. Grund genug, für mich als Ausbilder aktiv zu werden. Ich habe nicht den Eindruck das Tobias überfordert ist. Er hat einen guten Schulabschluss und ist handwerklich sehr geschickt. Meine Erwartungshaltung an ihn war auch nie übermäßig hoch, eher dem Ausbildungsstand entsprechend , so das ich ihn zu keinem Zeitpunkt unter Druck gesetzt habe. Tobias hat sich während der Probezeit und auch in den folgenden Monaten sehr bemüht und die an ihn gestellten Aufgaben und Anforderungen erfüllt. Von einer Unterforderung zu sprechen wäre allerdings stark überzogen. Bisher stufe ich den Ausbildungsverlauf als normal ein. Gründe kann es natürlich viele geben (neuer Freundeskreis, Familiäre Probleme etc.) Ich denke aber, das die derzeitigen „Schwierigkeiten“ altersbedingt zustande kommen. Tobias ist 17 Jahre alt und in der Pubertät bzw. Nachpubertären Phase (Adoleszensphase). Der Übergang der Kindheit zum Erwachsenen wird in der Hauptsache durch hormonelle Einwirkung bestimmt. Dies bewirkt neben den körperlichen auch psychische Veränderungen. Solange die entwicklungsbedingte Umstellung des Körpers nicht abgeschlossen ist zeigt dich die psychische Anfälligkeit wir folgt:
• Lustlosigkeit
• Unsicherheitsgefühle
• Konzentrationsschwäche
• Schlechtere Arbeitsleistung
• Unausgeglichenem Verhalten und Empfindlichkeit
Tobias ist zwar im Moment ein wenig „Verhaltensauffällig“, hier aber von einem gestörten Verhalten zu sprechen wäre deutlich übertrieben. In meiner Funktion als Ausbilder bewahre ich Ruhe und stehe ihm unterstützend zur Seite. Ich erkenne sein derzeitiges Verhalten als entwicklungsbedingt an und gebe ihm zu verstehe , dass ich bereit bin ihm zuzuhören.
2.
Natürlich ist mir sehr daran gelegen das gemeinsame Ausbildungsziel „das Bestehen der Gesellenprüfung“ zu erreichen. Um dort hinzukommen möchte ich Tobias nicht nur das benötigte Fachwissen vermitteln, sondern ihn genauso intensiv charakterlich fördern. Er soll Kritikfähigkeit erlernen und ein „Teamplayer“ werden. Ich sehe es als besonders wichtig an für Tobias ein angenehmes Umfeld zu schaffen, damit er beim „Lernen“ nicht blockiert ist. Natürlich werde ich Tobias wieder motivieren, er meckert ständig rum - das soll sich ändern und seine unkoordinierte Arbeitsweise ist auch kein unlösbares Problem, er ist ja schließlich nicht dumm. Neben den Persönlichen gibt es auch eine Reihe von fachlichen Lernzielen. Hier geht es um übergeordnete Bildungsinhalte. Tobias soll sich in der Welt des Kfz - Mechatronikers zurechtfinden. Es wird also lediglich eine Richtung angegeben. Ein Groblernziel wäre z.B. „Tobias soll Wartungsarbeiten selbstständig durchführen können“. Hier werden kleinere inhaltliche Bereiche der Ausbildung genannt. Feinlernziele sind eindeutig formuliert und geben das Endverhalten an. Für Tobias bedeutet das, er soll selbstständig einen Zündkerzenwechsel durchführen + verschiedenen Zündkerzenbilder erklären können. Um diese Lernziele umzusetzen sind verschiedene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse erforderlich. Psychomotorische Lernziele → Tobias kann die Handgriffe zum Erneuern der Zündkerze ausführen und ist in der Lage ordnungsgemäß mit dem Werkzeug umzugehen. Hier geht es um die praktischen Fertigkeiten. Kognitive Lernziele → Er kann die einzelnen Arbeitsschritte erklären und ist sich darüber im klaren welche Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten sind. Außerdem kann Tobias mögliche Ursachen für schadhafte Zündkerzenbilder erkennen. Affektive Lernziele → Pünktlichkeit, selbstständiges und gewissenhaftes Arbeiten. D.h. Tobias weiß zwar über den Arbeitsschutz bescheid, doch hält er sich auch dran? Hier geht es um die Einhaltung bestehender Vorschriften. Nicht bei eingeschalteter Zündung an der Zündanlage arbeiten. Sozial kommunikative Lernziele → Hier geht es um das soziale Miteinander. Die unausgeglichene Art von Tobias, schlägt irgendwann auf unser Betriebsklima - hier greife ich ein und gebe Hilfestellung.
3.
Name des Ausbilders: …...................... Ausbildungsberuf: Kfz - Mechatroniker Thema der Unterweisung: Zündkerzenwechsel, Zündkerzen beurteilen können Einordnung des Themas in die AO: Montieren und Demontieren von
Lernziel der Unterweisung: Tobias kann nach der Unterweisung
Auszubildender: Tobias, 17 Jahre, 1. Lehrjahr,
Vorkenntnisse: fachgerechte Auswahl der Werkzeuge,
Ausbildungsmethode: 4 Stufen Methode Ausbildungsmittel: Zündkerzensteckerzange,
Zeit: ca. 30min.
Arbeit zitieren:
Thomas Baginski, 2008, Zündkerzenwechsel und Diagnose (Unterweisung Kfz-Mechatroniker / -in), München, GRIN Verlag GmbH
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