1. Didaktische und methodische Schwerpunkte
Die Klasse ZT besteht aus 12 Schülerinnen und 14 Schülern 1 , die sich in der Unterstufe und somit im ersten Lehrjahr ihrer Ausbildung zum Zahntechniker/ zur Zahntechnikerin befinden. Es handelt sich um eine Teilzeitklasse, die alle zwei Wochen einen zweiten Berufsschultag hat. Das Stundenthema „Erarbeitung eines standardisierten Ablaufplanes zur Fertigung eines Funktionslöffels und Durchführung einer Qualitätsanalyse“ ist dem Lernfeld 1 „Arbeitsunterlagen erstellen und bewerten“ zuzuordnen. Im Lehrplan wird das Lernfeld 1 dem ersten Ausbildungsjahr und dem Fach Werkstoff- und Fertigungstechnik zugeordnet. Da die Schüler sich am Anfang ihrer Ausbildung befinden, besteht der derzeitige Tätigkeitsbereich darin, Arbeitsunterlagen wie Löffel und Bissschablonen zu erstellen. Somit hat das Thema einen besonderen Bezug zu ihrer täglichen Arbeit. Die in dieser Stunde zu erwerbenden Kenntnisse beziehen sich nicht nur auf den Ablauf von Arbeitsschritten, sondern insbesondere darauf, die Qualitätsanalyse eines individuellen Löffels durchzuführen. Damit sollen den Schülern Kenntnisse vermittelt werden, die sie dazu befähigen, eigenständig Arbeitsunterlagen anzufertigen und diese auf ihre Qualität hin kritisch zu reflektieren. Des Weiteren werden die Schüler in der kommenden Woche, im Zuge der Lernortkooperation, das
HBZ 2 besuchen, wobei der dortige Kurs sich mit dem Erstellen von Arbeitsunterlagen beschäftigt. Dort können sie auf das erlernte Wissen zurückgreifen. Den meisten Schülern ist die Herstellung eines Funktionslöffels ansatzweise bekannt. Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt der Stunde darauf, den Ablauf zu verinnerlichen und bestimmte Gütekriterien eines Funktionslöffels anzuwenden und das vorhandene Arbeitsmaterial hinsichtlich der Qualitätsstandards zu analysieren. Als Einstieg dient ein Auftragsformular (vgl. Anlage 2), der den direkten Bezug zum beruflichen Alltag liefert. Um bei der Herstellung eines Funktionslöffels zu einem allgemein standardisierten Ablauf zu kommen, sollen die Schüler den chronologischen Ablauf zunächst in Gruppen erarbeiten. Die Gruppen werden vor der Besuchszeit durch Ziehung von Farbkärtchen nach dem Zufallsprinzip festgelegt. Die Schüler finden die Farbzugehörigkeit auf den Gruppentischen wieder und können sich so zügig ihrer Gruppe zuordnen. Um die Ergebnisse abschließend im Plenum vergleichen und ergänzen zu können, werden die einzelnen Schritte mit Hilfe von vorgefertigten Plakatstreifen an der Stellwand visualisiert. Dieses bietet den Vorteil, flexibel auf die Abfolge der einzelnen Schritte reagieren zu können.
In der zweiten Erarbeitungsphase sollen die Gruppen die bereits in der vorherigen Stunde erarbeiteten Qualitätskriterien für einen Funktionslöffel anwenden. Die individuellen Löffel wurden von der Parallelklasse hergestellt, um die Objektivität bei der Qualitätsanalyse zu wahren. Jeder Gruppe steht entweder ein Modell des OK oder des UK mit jeweils dem entsprechenden Funktionslöffel zur Verfügung. Nach der ersten Analyse werden die Modelle an eine andere Gruppe weitergegeben, sodass jede Gruppe jeweils einen OK und einen UK analysiert hat. Die Ergebnisse werden zuerst auf einem Bewertungsbogen festgehalten und später im Plenum verglichen.
Die Schüler sollen den Ablauf zur Herstellung eines Funktionslöffels kennen und erläutern können, außerdem sollen sie verschiedene Qualitätskriterien eines Funktionslöffels kennen und bewerten können.
Zu Beginn der Unterrichtsreihe haben sich die Schüler die Kenntnisse über die topographischen Merkmale des unbezahnten Ober- und des Unterkiefers erworben. Zudem haben die meisten Schüler im Labor schon einmal einen Funktionslöffel hergestellt. In der heutigen Stunde sollen die Schüler zunächst den Ablauf des Herstellungsganges eines Funktionslöffels strukturieren und schriftlich fixieren. Anschließend sollen sie eine Qualitätsanalyse bereits erstellter Funktionslöffel durchführen. Dadurch sollen die Schüler bei der Erstellung von Arbeitsunterlagen für die Einhaltung von Qualitätsstandards sensibilisiert werden. Hierzu werden auch die im Fach Anatomie/Prothetik erworbenen Kenntnisse über die Topographie der Kiefer reaktiviert. In den folgenden Stunden sollen die Schüler unter Berücksichtigung der gewonnenen Kenntnisse einen Funktionslöffel herstellen und dabei die Qualitätskriterien beachten. Anschließend werden weitere Arbeitsunterlagen wie z. B. Bissschablonen oder Bissregistrate erarbeitet.
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2.2.2 Methodenkompetenz
Zu Beginn der Unterrichtsreihe haben die meisten Schüler wenig Erfahrung mit der selbstständigen Erarbeitung von Inhalten.
In der heutigen Stunde soll zum einen die Fähigkeit, Inhalte selbstständig zu erarbeiten, ausgeprägt werden. Zum anderen sollen die Schüler lernen vorliegende Arbeitsunterlagen kritisch zu überprüfen. In den folgenden Stunden sollen die Schüler auch weiterhin die Qualitätskriterien zahntechnischer Arbeiten bewerten, sowie die Präsentation von Arbeitsergebnissen einüben. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass sich auch die schwächeren Schüler im eigenständigen Arbeiten üben und selbstbewusster Ergebnisse präsentieren.
2.2.3 Sozialkompetenz
Zu Beginn der Unterrichtsreihe herrscht in der Klasse ein gutes Arbeitsklima. Die grundlegenden Verhaltensregeln im sozialen Umgang miteinander, sind bereits vorhanden. Da sie sich am Ausbildungsbeginn befinden, kennen sich die Schüler untereinander noch nicht sehr gut. Eine Gemeinschaft innerhalb der Klasse ist somit noch nicht besonders ausgeprägt. In der heutigen Stunde soll durch die zufällige Wahl der Gruppen die selbstständige Arbeit in den Gruppen und damit die Fähigkeit der Schüler, in unterschiedlichen Teams zu arbeiten, trainiert werden. Durch die Arbeit in den Teams lernen die Schüler sich besser kennen. In den folgenden Stunden soll auch die Teamfähigkeit bei praktischen Arbeiten im schulinternen Labor geschult werden. Die Schüler sollen in wechselnden Sozialformen arbeiten und lernen sich gegenseitig zu unterstützen.
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Arbeit zitieren:
Sonja Kellner, 2007, Erarbeitung eines standardisierten Ablaufplanes zur Fertigung eines Funktionslöffels und Durchführung einer Qualitätsanalyse (Unterweisung Zahntechniker / -in) , München, GRIN Verlag GmbH
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