2. Beschreibung der Auszubildenden:
Am 20. Juli 1987 kam Tanja Rösler als zweites Kind von Wilhelm und Eva Rösler geb. Müller zur Welt. Die 17-jährige Teenagerin lebt ebenso wie ihr zwei Jahre älterer Bruder Klaus bei ihren Eltern.
Ihr Vater Wilhelm hat im Anschluss an seine Schreinerlehre die Meisterschule besucht und im kleinen Dorf H. bei Unna / Westfalen einen eigenen Betrieb aufgemacht. Eva Rösler hat Bürokauffrau gelernt, jedoch ihre Tätigkeit nicht weiter ausgeübt als ihr Sohn geboren wurde und führt seitdem den Haushalt der Familie. Klaus hat seine Lehre im Betrieb des Vaters gemacht und möchte später die Geschäftsführung übernehmen.
Tanja hat nach der 10. Klasse ihre Schulzeit mit einem Realschulabschluss und Notendurchschnitt von 2,2 beendet. Ihre Lieblingsfächer waren Mathe und Physik, wobei sich ihre Leistungen auch dementsprechend im Zeugnis widerspiegeln. Trotz dieser guten Voraussetzungen entschied sie sich nicht auf das Gymnasium zu wechseln, sondern einen handwerklichen Beruf einzuschlagen. Dabei will sie ihren starken Ehrgeiz nutzen um mögliche Schwächen beim handwerklichen Geschick auszugleichen wenn die theoretischen Technikabläufe in der Praxis Anwendung finden würden.
Die Auszubildende ist seit August 2004 in unserem Betrieb angestellt. Ihre Leistungen in der Berufsschule gleichen den guten Noten aus der Realschulzeit. Tanja ist bisher im Bereich der Karosseriearbeiten eingesetzt worden um die fundamentalen Grundkenntnisse beim Bedienen von Fahrzeugen und Systemen zu erlernen. Die während und nach der Probezeit gezeigte Pünktlichkeit, Aufmerksamkeit und Wissbegierigkeit zeugen von Interesse am gewählten Ausbildungsberuf. Sie kann bereits einfache Arbeiten selbständig erledigen. Die dabei hin und wieder auftretende Unsicherheit verschwindet sobald sie im Team mit einem Gesellen arbeitet.
Bisher erwarb Tanja viele Eindrücke über die Tätigkeiten eines KFZ-Mechatroniker Gesellen. Kenntnisse über das Arbeiten mit unterschiedlichstem Werkzeug und Arbeitshilfsmitteln wie Drehmomentschlüsseln, Betriebsflüssigkeiten, Luftdruckschrauber und pneumatischer Hebebühne. Die anfänglichen Bedenken, einen weiblichen Lehrling in einem bisher vornehmlich von Männern ausgeübten Berufszweig auszubilden, haben sich schnell gelegt, denn das von Tanja bisher gezeigte Engagement hat dazu geführt, dass sowohl der Werkstattsmeister als auch die übrigen Gesellen die neue Mitarbeiterin schnell akzeptiert haben.
3. Gliederung und Beschreibung des Themas
Themenbereich und Teilthemen
Die heutige Ausbildung „Zündkerzenwechsel im Rahmen einer Inspektion“ entspricht dem von mir gewählten Themenbereich „Montieren, Demontieren und Instandsetzen von Kraftfahrzeugen, deren Systemen, Baugruppen und Bauteilen“ Dieser Bereich findet sich wieder in der Ausbildungsverordnung (§ 4 Nr. 16) und ist in weitere Teilthemen unterteilt.
Kurzdarstellung & Erläuterung des heutigen Themas & seiner Bedeutung Unser heutiges Thema lautet „Zündkerzenwechsel im Rahmen einer Inspektion“. Zündkerzen sorgen für die Einleitung des Verbrennvorgangs bei Ottomotoren. Sie sind für den Betrieb eines KFZ unentbehrlich, da ohne eigene Motorkraft eine Fortbewegung nicht möglich ist. Bei einer Holzfällersäge wird das Sägeblatt nach häufigem Gebrauch stumpf und muss gegen ein Neues ausgetauscht werden. Ähnlich verhält sich die Situation bei Zündkerzen. Da diese bei laufendem Motor einem ständigen Abnutzungsvorgang unterliegen, werden die Zündkerzen bei Inspektionen in regelmäßigen Intervallen (entsprechend der Herstellervorgabe) erneuert.
Eine Inspektion ist eine Arbeit, die in unserem Betrieb täglich anfällt. Da die Gesellen diese Art von Arbeit erledigen und diese auch ohne Aufsicht eines Meisters durchführen können, ist es sinnvoll den Lehrling an diesen Tätigkeitsbereich langsam heranzuführen und ihm einzelne Abschnitte einer Inspektion zu erklären. So kann dieser nach und nach die Teilthemen - wie hier das „Wechseln der Zündkerzen“ selbständig übernehmen. Diese Tätigkeiten gehören zu den alltäglichen Aufgaben eines KFZ-Mechatronikers und ich erkläre meiner Auszubildenden, dass diese Arbeit als mögliches Thema bei der Zwischenprüfung im praktischen Bereich überprüft werden könnte.
Unfallgefahren:
Bereits in der ersten Woche ihrer Probezeit wurde die Auszubildende Tanja über mögliche Gefahren in der Werkstatt belehrt. Allgemein vorbeugende Maßnahmen zur Unfallverhütung werden im Rahmen einer halbjährlichen Belehrung in unserem Betrieb durchgeführt. Bei dem „Wechsel von Zündkerzen“ ist speziell darauf zu achten, dass die Anweisungen des Reparaturleitfadens eingehalten werden. Dies bedeutet unter anderem, dass das Werkzeug nach dem Gebrauch nicht der Einfachheit halber im Motorraum abgelegt wird, sondern direkt zurück in den Werkzeugwagen gelangt. Sollte das Kfz erst kürzlich auf den Arbeitsplatz gefahren worden sein und direkt im Anschluss mit Motorarbeiten begonnen werden, so ist die Gefahr von Hautverbrennung durch heiße Metallteile gegeben. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass die Abgasanlage des Kfz an die Absaugvorrichtung angeschlossen wird um beim Starten des Motors (Funktionsprüfung der Zündkerzen) die Luft in der Werkstatt nicht durch austretende Abgase zu verunreinigen.
4. Arbeitszergliederung
Vorkenntnisse des Lehrlings:
Der Lehrling Tanja hat bereits Grundkenntnisse in der Metallverarbeitung erlangt und wurde im Umgang mit Betriebsstoffen (Kühlflüssigkeit und Öl) und Sonderwerkzeug (Drehmomentschlüssel, Ratsche) vertraut gemacht. Sie wurde in den letzten 2 Monaten immer häufiger unseren Gesellen bei Inspektionsarbeiten unterstellt. Anfangs sollte sie sich den verschiedenen Arbeitsschritten einer Inspektion bewusst werden um anschließend kleine Arbeitsschritte wie Funktionsprüfungen und Einstellarbeiten an der Lichtanlage selbständig durchzuführen.
Arbeitsvorbereitung für den heutigen Ausbildungsabschnitt: Das Kfz wurde bereits durch einen Gesellen auf den richtigen Arbeitsplatz gefahren und mit angezogener Handbremse und eingelegtem Leerlauf abgestellt. Nach Absprache mit dem Meister hat der Geselle die Inspektion bis auf den Wechsel der Zündkerzen durchgeführt. Er hat die Absauganlage an die Abgasanlage des Kfz angeschlossen. Bedingt durch unmittelbar vorausgehende Arbeiten im Motorraum steht die Motorhaube noch offen und ist sicher eingerastet.
Arbeit zitieren:
Andre Mester, 2005, Zündkerzenwechsel im Rahmen einer Inspektion (Unterweisung Kfz-Mechatroniker / -in), München, GRIN Verlag GmbH
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Zündkerzenwechsel (Unterweisung Kfz-Mechaniker / -in)
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